Techniken

- Chudan Jodan Gedan
Chudan Jodan Gedan
Der menschliche Körper wird aus Sicht des Karatekas grundsätzlich in
drei Regionen unterteilt, die man auch als Stufen bezeichnet.
Jodan bezeichnet die obere Stufe, diese umfasst Kopf und Hals.
Chudan ist die Bezeichnung der mittleren Stufe, die von den Schultern bis zum Gürtel recht.
Gedan ist die untere Körperregion, sie reicht vom Gürtel abwärts und umfasst Unterkörper sowie Beine.
Kihon, Kata, Kumite
Kihon bedeutet übersetzt die Basis bzw. Grundlage. Trainiert werden Grundstellungen, Angriffs- und Abwehrtechniken mit Armen und Beinen sowie Kombinationen von verschiedenen Techniken.
Kata ist eine Übungsform, die aus stilisierten Kämpfen besteht, welche jedoch im Karate ausschließlich gegen imaginäre Gegner geführt werden. Der Ablauf der Kata ist dabei genau festgelegt und sollte in jedem Schritt möglichst perfekt ausgeführt werden.
Als Kumite bezeichnet man eine Wettkampf- und Trainingsform. Im Wettkampf stellt das Kumite den Kampf zweier Gegner dar, Im Training werden Abwehr-, Angriffs,- und Kontertechniken bzw. -kombinationen mit dem Partner geübt.
Stellungen
Im Karate gibt es diverse Stellungen (jap. tachi), die ein Karateka in den vielfältigen, im Training oder Kampf auftretenden Situationen verwenden kann. All diesen Stellungen ist gemeinsam, dass sie auf verschiedene Art und Weise für Stabilität, Flexibilität und Beweglichkeit sorgen.
Symmetrische Stellungen
Bei allen symmetrischen Stellungen verteilt sich das Körpergewicht jeweils zu 50% auf beide Beine.
Heisoku-dachi
Bei dieser einfachen Stellung sind die Beine und die Füße vollständig geschlossen. Die Arme liegen meist eng am Körper an.
Heisoku-dachi ist eine natürliche Körperhaltung und bietet sich dazu an, während der Meditation eingenommen zu werden.
Musubi-dachi
Diese Stellung ähnelt Heisoku dachi, nur dass die Außenkanten der Füße etwa 25-30° auseinander zeigen.
Musubi-dachi ist die Ausgangs- und Endposition vieler Katas.
Heiko-dachi
Heiko dachi ist die Stellung, die dem natürlichen Stehen am nächsten kommt.
Beim Heiko-dachi stehen die Füße etwa schulterbreit auf gleicher Höhe parallel geradeaus nach vorne gerichtet.
Uchi-hachi-ji-dachi
Wie Heiko-dachi, jedoch mit leicht nach innen gerichteten Fußspitzen.
Die isometrische Körperspannung erreicht man, indem man die Beine (mit Hauptaugenmerk auf den Fersen) nach innen, also zur Mitte der Standfläche hin, anspannt.
Uchi-hachi-ji-dachi findet vorwiegend in Kihon und Kata Verwendung.
Fudo-dachi
Wie Heiko-dachi, jedoch mit nach außen gerichteten Fußspitzen. Die isometrische Körperspannung wird ebenso wie bei Uchi Hachi-ji-dachi erlangt.
Fudo-dachi wird sowohl beim Erwarten von Kommandos als auch bei formellen Verbeugungen und allgemein als ordentliche Standposition des Karateka bei Trainingspausen oder ähnlichen Gelegenheiten eingenommen.
Kiba-dachi
Die sogenannte Reiterstellung. Diese Stellung hat ihren Namen daher, dass der ausführende Karateka aussieht, als würde er auf einem sehr breiten Pferd sitzen.
Die Füße stehen dabei etwa doppelt schulterbreit neben einander. Die Fußaußenkanten zeigen parallel nach vorne und die Knie befinden sich möglichst direkt über den Füßen.
Shiko-dachi
Bis auf die Fußstellung (die Füße zeigen 45° nach außen) ist sie identisch mit Kiba dachi
Asymmetrische Stellungen
Zenkutsu-dachi
Die nach vorne gelehnte Haltung. In dieser Stellung stehen die Füße etwa eine Schulterbreite neben- und eineinhalb Schulterbreiten voreinander.
Das hintere Bein ist gestreckt, das Knie des vorderen Beines ist gebeugt. Es lasten etwa 70% des Körpergewichts auf den vorderen Bein.
Kokutsu-dachi
Die zurück gelehnte Haltung. Die Füße stehen seitlich nur wenige Zentimeter versetzt etwa zwei Fußlängen entfernt hintereinander, wobei die Ferse des vorderen Fußes etwas angehoben ist, sodass nur der Vorderfußballen und die Zehen den Boden berühren. Der hintere Fuß ist dabei 45° nach außen gerichtet, die Gewichtsverteilung beträgt 70% auf dem hinteren und 30% auf dem vorderen Fuß.
Das vordere Bein wird so gebeugt, dass das Knie sich vertikal über der Mitte des Fußes befindet, das hintere Bein soll nur leicht gebeugt werden, damit man in einer kraftvollen Position bleibt, aus der man komfortabel verschiedenste Techniken ausführen kann. Isometrische Körperspannung erreicht man ähnlich wie bei Zenkutsu-dachi, indem man den vorderen Fuß nach hinten und den hinteren Fuß nach vorne zieht.
Kokutsu-dachi ist eine sehr mobile Stellung, die Kicks mit beiden Beiden erlaubt und auch im Kumite eingesetzt werden kann.
Sanchin-dachi
Die sogenannte Dreiecksstellung. Die Füße stehen etwa schulterbreit, wobei sich die Ferse des vorderen Fußes knapp vor den Zehenspitzen des hinteren befindet. Beide Fußspitzen sind nach innen gedreht und beide Beine im selben Winkel gebeugt, sodass der Körperschwerpunkt im Zentrum der Standfläche liegt. Die korrekten Winkel sind gegeben, wenn sich der Kreuzungspunkt zweier gedachten Geraden entlang der Außenseiten der Füße genau unter der Endposition der Fäuste nach Ausführung eines Morote-zuki befindet, also eine Armlänge entfernt geradeaus vor dem Körper.
Die isometrische Körperspannung wird hergestellt, indem man beide Beine in Richtung des gedachten Zentrums der Standfläche zieht, welches genau unter dem Körperschwerpunkt liegt. Dabei ist die korrekte Beugung der Knie besonders wichtig; beide Knie sollen wie die Füße zur Spitze des gedachten Dreiecks zeigen. Besondere Beachtung ist der Anspannung im Unterkörper zu schenken.
Sanchin-dachi ist eine sehr stabile, kraftvolle Stellung, die sich zum Ausführen nahezu aller Techniken eignet und sowohl rasche Bewegung in alle Richtungen als auch rasche Drehungen zulässt.
Neko-ashi-dachi
Die Katzenfußstellung. Diese Stellung hat ihren Namen daher, dass sie der einer Katze kurz vor dem Sprung gleicht. 90% des Körpergewichts lasten auf dem hinteren Bein, das stark gebeugt und 45° nach außen gestellt ist. Der vordere Fuß berührt nur mit dem Ballen den Boden. Diese Stellung ist sehr flexibel und erlaubt schnelle Bewegungen in jede Richtung.
Kake-dachi
Bei dieser Stellung sind Ober- und Unterkörper in entgegengesetzte Richtung verdreht. Während also der Kopf zur einen Seite schaut, steht der Standfuß senkrecht zur Blickrichtung einwärts gerichtet, und der andere Fuß wird hinter dem Körper vorbei in Blickrichtung auf dem Vorderfußballen aufgestellt. Dabei lasten 90% des Körpergewichts auf dem Standbein, das zweite Bein stützt die Stellung nur leicht ab, und beide Knie sind leicht gebeugt.
Isometrische Körperspannung stellt man her, indem man die Knie zusammen zieht und die Hüfte nach vorne in Blickrichtung dreht, wobei die Beine leicht gebeugt bleiben müssen.
Tsuru-ashi-dachi
Die Kranichfußstellung. Dabei steht man auf einem Bein, während der zweite Fuß auf Kniehöhe angehoben ist. Der Blick ist zur Seite des gehobenen Beines gerichtet, dessen Oberschenkel parallel zum Boden und der Fuß in Sokuto-Haltung, wobei man die große Zehe nach oben und die kleine Zehe nach unten zieht, als wollte man einen Yoko-geri ausführen.
Durch Anspannen des ganzen Körpers erreicht man eine isometrische Körperspannung in dieser Stellung.
Moro-ashi-dachi
Wie Heiko-dachi, jedoch steht einer der Füße knapp vor dem anderen. Die Beine sind dabei leicht gebeugt. Isometrische Körperspannung erreicht man, indem man den vorderen Fuß gerade nach hinten und den hinteren Fuß gerade nach vorne zieht, wobei man die Knie leicht nach außen drückt und die Gesäßbacken nach oben zieht.
Moro-ashi-dachi ist eine starke und sehr mobile Stellung, aus der die Ausführung sämtlicher Angriffs- und Verteidigungstechniken möglich ist, eingeschlossen verschiedene gesprungene Beintechniken.